Island-Zwischen Gletschern, Geysiren, Vulkanen, Wasserfällen

Stefanie Carcereri-Dhom
am 12.08.2022

23.07.2022 – 31.07.2022

Island

2 Personen

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Mein Reiseerlebnis

Pandemiebedingt wurde diese Reise von 2020 zweimal verschoben, aber dann war es endlich soweit: Island wir kommen!

Wir befinden uns noch in Europa, mit gerade mal 3,5 Flugstunden wahrscheinlich näher als die Kanarischen Inseln und doch gefühlt ein anderer Kontinent, eine andere Welt, die so facettenreich ist und voller Naturwunder von brodelnd heiß bis eiskalt.

Die Insel ist wunderbar einfach zu bereisen, wir fliegen nur mit Handgepäck, chic bleibt daheim.

 

Für die 2400 Kilometer, die ich in einer Woche gefahren bin, braucht man eigentlich auch kein Navi. Klein ist Island nicht, es hat eine Fläche, die so groß ist wie Baden-Württemberg und Bayern zusammen bei nur 360.000 Einwohnern.

Es ist schon ein recht ehrgeiziger Plan, in einer Woche einmal rundherum zu fahren, machbar, aber nicht unbedingt empfehlenswert, denn oftmals wäre ich gerne länger an einem Ort geblieben und Zeit für Wanderungen oder ausführliche Besichtigungen bleibt bei einer Woche leider auch nicht.

 

Schon aus dem Flugzeug entdecken wir die ersten Gletscher, Inseln und Vulkane entlang der Südküste. Einfach so eine riesengroße Insel, die vor uns im nördlichen Atlantik auftaucht!

Am Flughafen nehmen wir unseren Leihwagen entgegen, einen SUV, eigentlich hatte ich einen Jeep gebucht, wohlwissend, dass ich auch ab und zu mal auf Schotterstraßen fahren würde, aber ein SUV war eine sehr gute Alternative.

Unsere erste Unterkunfte liegt etwa 2 Stunden nördlich des Flughafens an der Westküste in der Nähe des Ortes Borganes, ein kleines Häuschen mit Sauna, das nur über eine 12km lange Schotterpiste zu erreichen ist. Für die Reise buchte ich hauptsächlich Selbversorgerunterkünfte für uns, da das Preisniveau doch sehr hoch ist und Restaurants in entlegeneren Gegenden eher selten sind.

 

Die Kleinstadt Borgarnes ist ein idealer Ausgangspunkt, um die Halbinsel Snaefellsnes zu erkunden, das ist sozusagen Island en miniature. Wer wenig Zeit hat auf Island oder vielleicht auf Durchreise ist nach Nordamerika, der sollte sich auf diese Halbinsel konzentrieren, denn sie ist reich an allem: Küstenorte, der schneebedeckte Gletscher Snaefellsnes, Nationalpark, Wasserfälle und erloschene Vulkankrater.

 

Nach dem kurzen Abstecher in den Westen kehren wir an Tag 3 der Rundreise auf die Ringstraße N1 zurück und dieser kann man wirklich blind ohne Navigationssystem folgen. Nach mehreren Stunden Fahrt halten wir in Akureyri, der zweitgrößten und nördlichsten Stadt Islands. Hier fasziniert mich der Botanische Garten. Wo blühen denn im Juli noch Pfingstrosen? Ja hier fast in der Nähe des nördlichen Polarkreises. Kurz nach Akureyri kommt der erste wirkliche breite Wasserfall, der Godafoss, der Wasserfall der Götter. Abends übernachten wir in der Nähe des Sees Myvatn und wir genießen die heißen Quellen von Myvatn, da mir die vielgepriesene Blaue Lagune in Flughafennähe zu teuer und touristisch erscheint. Aber auch hier sind wir nicht alleine,denn bei den kühlen Temperaturen genießen etliche Touristen das wärmende Nass.

 

Am nächsten Tag geht es auf über 500 Kilometer lange Fahrt vom Norden in den Süden, eine Etappe, die definitiv zu lang ist. Wir halten morgens östlich von Myvatn bei den brodelnden Wasserlöchern und Fumarolen. Es scheint, als habe sich hier die Erde geöffnet und dies hier sei eine klaffende, offene Wunde.

 

Den Wasserfall Dettifoss müssen wir leider auslassen genauso wie die Stadt Egilstadir im Osten. Danach öffnet sich für uns bei strahlendem Sonnenschein eine der vielleicht schönsten Küstenpanoramen der Welt. Immer den Fjorden der Südküste entlang scheinen wir gar nicht recht voran zu kommen und Fjord für Fjord genießen wir diese reizvolle, recht einsame Küstenstraße. Der Vorteil Island im Sommer zu bereisen: die Tage sind lang, denn Tageslicht ist bis spät in die Nacht da und so ist es auch egal, wann wir spätabends in unserem Hotel eintreffen werden. Wir genießen auf dieser Etappe einfach die schroffe Natur, die Berge, die steil ins Meer fallen und nur wenig Platz für die Straße lassen.

 

In Höfn legen wir einen Stopp für Fish & Chips ein, denn seit dem Frühstück haben wir schon nichts mehr gegessen. Noch eine Stunde Fahrt und wir erreichen die Gletscherlagune Jökulsarlon, sicherlich der Höhepunkt dieser Reise. Die Sonne steht jetzt tiefer, die vielen Tagestouristen sind weg und so genießen wir die riesigen Eisberge, die faul in der Lagune treiben und vor sich hin schmelzen.

 

Am nächsten Morgen erwartet uns eine einstündige Zodiakfahrt. In dicken Anzügen und Schwimmwesten ertragen wir heute auch den kalten Regen und sind sprachlos beim Anblick der Eisberge und Gletscherwände, die sich vor uns auftun. Wir lauschen dem krachenden Eis, wenn ganze Eisblöcke in die Lagune stürzen. Danach geht es zum Diamond Beach, ein schwarzer Strand, an den es kleine „Eiswürfel“ und größere Eisklumpen aus der Gletscherlagune anschwemmt. Es sieht so aus, als sei der ganze Strand voll mit Diamanten.

 

Unsere letzte Unterkunft entlang der Ringstraße ist besonders schön: ein komfortables Holzhaus mit viel Glas in unmittelbarer Entfernung des Wasserfalls Sejlandsfoss. Mein erster Blick morgens aus dem Fenster: ein Wasserfall hinter dem Haus.

Von hier aus kann man gut den südlichen Teil der Ringstraße erkunden sowie auch den Golden Circle. Bekannte Wasserfälle sind in unmittelbarer Nähe und auch nach Reykjavik sind es nur 1,5 Stunden. Den vielgepriesenenn Golden Circle gegen Ende der Reise finde ich gar nicht soo spektakulär, da haben wir vorher schon Besseres gesehen, aber sicherlich ein interessanter Tagesausflug für Touristen, die sich nur in Reykjavik aufhalten oder wenig Zeit haben.

 

Den letzten Tag verbringen wir in der nördlichsten Hauptstadt der Welt, in Reykjavik. Die Sehenswürdigkeiten wie die bekannte Hallgrimskirche, das gläserne Konzerthaus Harpa, die Haupteinkaufsstraße sind schnell erkundet, sodass uns dann noch Zeit bleibt für die multimediale Attraktion Fly Over Island. Ein gelungener Abschluss unserer Reise, der bei uns Gänsehaut verursacht durch die 4D Effekte und tollen Bilder.

 

Unser Fazit zu Island: Sehr einfach zu bereisen, atemberaubende Natur und faszinierende Landschaften. Das nächste Mal dann im Winter bzw. die Regionen , die ich wegen Zeitmangels ausgelassen habe.

 

Und wenn es nur ein paar Tage sind, definitiv ist Island eine Reise wert!

Setzt Island unbedingt auf eure Reisewunschliste!

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